Der 21. Annalise-Wagner-Preis
geht an Dr. Constanze Jaiser und David Pampuch,
die 6. Lobende Anerkennung für junge Autoren an Ulrike Maschner
 

Die Annalise-Wagner-Stiftung setzt 2012 ein außergewöhnliches Zeichen für Wert und Wirkung von Texten für das „Gedächtnis der Region“ und für die „Zukunft der Erinnerung“: Sie vergibt sowohl ihren 21. regionalen Literaturpreis als auch den 6. Jugendpreis an Texte für politisch-historisches Lernen, speziell an methodisch-didaktisch aufbereitetes Projektmaterial für die zeitgemäße Auseinandersetzung mit regionalen Spuren von NS-Verbrechen im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück.

Der mit 2.500 Euro dotierte Annalise-Wagner-Preis 2012 geht an Dr. Constanze Jaiser und Jacob David Pampuch aus Berlin für ihre Publikation „Ein Schmuggelfund aus dem KZ – Erinnerung, Kunst und Menschenwürde ; Projektmappe für den fächerübergreifenden Unterricht“ (Metropol Verlag 2012, ISBN 978-3-86331-073-8, 53 Arbeitsblätter, 36 Spielkarten, 2 Hörbücher, Begleitbuch für Pädagogen).


Der Annalise-Wagner-Jugendpreis macht aufmerksam auf das Manuskript der Rostocker Studentin Ulrike Maschner „Zwei Außenlager des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück in Neubrandenburg: Material für Schülerprojekte“.

Im Mittelpunkt der Projektmappe Ein Schmuggelfund aus dem KZ – Erinnerung, Kunst und Menschenwürde von Dr. Constanze Jaiser und Jacob David Pampuch steht ein spektakulärer Fund : 1975 wurde bei Neubrandenburg ein im Wald vergrabenes Glas entdeckt, das 14 Briefe, 37 Gedichte, Listen von Erschießungen und medizinischen Experimenten sowie kleine Kunstwerke aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück enthielt. „Damit die Welt es erfährt …“ schmuggelten polnische Mädchen und Frauen 1943 unter Lebensgefahr solche Dokumente aus dem KZ und polnische Kriegsgefangene in Neubrandenburg-Fünfeichen versuchten, diese in die Heimat bzw. an die BBC weiterzuleiten. Diese bewegenden Fundstücke stellen Constanze Jaiser und Jacob David Pampuch – meist erstmals in deutscher Übersetzung – in einen bundesweit interessanten, inhaltlich wie didaktisch innovativen Rahmen, der „Brücken schlägt zwischen historischem Lernen und Menschenrechtsbildung“ (C. Jaiser).

In der Auswahlbegründung der Jury des Annalise-Wagner-Preises heißt es: „Die Autoren eröffnen ausgehend von einem konkreten, außergewöhnlichen Zeugnis regionaler Geschichte den weiten Horizont einer Werte-Debatte in ideenreichen, sinnlich fassbaren Angeboten: Junge Leute werden ermuntert, sprachliche, mediale, emotionale, künstlerische Zugänge zum Thema zu erkunden. Die ‚Bausteine’, die Lehrern als Unterrichtsmaterial an die Hand gegeben werden, zielen unter anderem auf die Umsetzung in Gesprächen, Ausstellungen, Filmen oder Radioprojekten. Anonyme Geschichte bekommt hier Namen und Gesichter – nicht aus einer lange zurück scheinenden Zeit, sondern fast im Alter der Adressaten von heute. Diese erfahren von Leid von Tod, von Hoffnung und Sehnsucht, Stolz und Glauben. Dem Anliegen von Annalise Wagner wird diese Arbeit, die gleichermaßen in der Region wurzelt wie auch den Blick weitet für allgemeinmenschliche Werte, in einer höchst zeitgemäßen Umsetzung gerecht.“

Jugendpreisträgerin Ulrike Maschner setzt sich in ihrem Manuskript Zwei Außenlager des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück in Neubrandenburg
: Material für Schülerprojekte“ dafür ein, Besuche von Schülern in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück zu ergänzen mit Projekten zur historischen Spurensuche „vor der Haustür“. Am Beispiel Neubrandenburgs zeigt ihr Manuskript, wie Schülerprojekte helfen können, diese historischen Orte der NS-Geschichte vor dem Vergessen zu bewahren und künftigen Generationen ein lebendiges „Gedächtnis der Region“ weiterzugeben. Sie entwickelte 15 Themenmappen mit Arbeitsblättern und Projektvorschlägen, die jungen Leuten den Zugang zu einer Fülle von Quellen zur Neubrandenburger Stadtgeschichte in der NS-Zeit, zum Alltag der Häftlinge und Zwangsarbeiter in den Außenlagern und zur Neubrandenburger Erinnerungskultur öffnen und sie mit Bewertungs- und Interpretationsaufgaben zur selbständigen, aktiven Auseinandersetzung herausfordern, Informations- und Wertekompetenz vermitteln. Pädagogen und Schülern aus Neubrandenburg und Umgebung stellt sie damit ein Material zur Verfügung, dass die Angebote zur historischen Bildung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, des Neubrandenburger Regionalmuseums und Stadtarchivs speziell für die junge Generation hervorragend unterstützt, um „dem Vergessen entgegen zu wirken“ (U. Maschner).

Zur öffentlichen Verleihung des Annalise-Wagner-Preises und des Annalise-Wagner-Jugendpreises am 17. Juni 2012 um 17 Uhr im Schloss Rattey lädt die Annalise-Wagner-Stiftung herzlich ein!

(Der Eintritt ist frei, für die organisatorische Vorbereitung wäre eine kurze Information zur Personenzahl sehr hilfreich. Dankeschön!)

Mehr Informationen:
Geschäftsstelle Annalise-Wagner-Stiftung, Heike Birkenkampf,
0395 / 5551333,  stiftung.bibl@neubrandenburg.de

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